Past Modals: should have, must have, might have im Englischen
Reue, Kritik und Vermutungen über die Vergangenheit: should have, must have, can't have und might have — was sie heißen, plus Fehler und Übung.
Alle diese Formen haben dieselbe Struktur — Modalverb + have + past participle —, aber sie erfüllen zwei ganz verschiedene Aufgaben. Should have drückt oft Reue oder Kritik aus: Die Sache ist nicht passiert, und du wünschst dir, sie wäre passiert. Must have, can't have und might have drücken eine Schlussfolgerung oder Möglichkeit aus: Du sagst damit, wie sicher du dir über die Vergangenheit bist. Im Deutschen liegen „hätte … sollen“ und „muss … haben“ nahe, eins zu eins deckt sich das aber nicht. Halte die beiden Aufgaben auseinander, dann wird die Form leichter.
Should have: das, was du nicht getan hast
Bei Reue und Kritik heißt should have normalerweise, dass etwas nicht passiert ist. Dieselbe Form kann sich auf deine eigene Entscheidung beziehen oder auf die von jemand anderem.
Weil darin Kritik mitschwingt, kann You should have… verletzend wirken. Wenn du nur eine bessere Möglichkeit vorschlagen willst, klingt It might have been easier to… deutlich weicher.
Should have kann auch ein erwartetes Ergebnis beschreiben: You should have received the email by now. Hier geht die sprechende Person davon aus, dass die Mail wahrscheinlich angekommen ist; der Satz sagt nicht, dass sie ausgeblieben ist.
Vermutungen über die Vergangenheit
Drei Stufen der Sicherheit. Das sind Schlüsse aus Hinweisen — du warst nicht dabei und überlegst dir, was passiert ist.
Achte auf das negative Gegenstück. Das Gegenteil von must have ist can't have, nicht mustn't have — mustn't gehört zum Verbot und bedeutet etwas völlig anderes.
Die Form mit zwei Bedeutungen
Could have und might have haben eine doppelte Funktion. Neben „vielleicht ist es passiert“ beschreiben sie auch eine Möglichkeit, die nie eingetreten ist — nah am third conditional.
You could have told me! (es wäre möglich gewesen, und du hast es nicht getan — leichter Vorwurf)
Den Unterschied macht der Kontext, und Muttersprachler verlassen sich darauf, ohne es zu merken. Wenn ein Satz im Geschriebenen beide Lesarten zulässt und der Unterschied wichtig ist, hilft ein kleiner Zusatz: You could easily have told me liest sich eindeutig als Vorwurf.
Häufige Fehler
„Should of.“ Gesprochen klingt es genau wie should've — genau deshalb wird es auch so geschrieben. Aber of ist eine Präposition und kann hier nicht stehen.
✓I should have called her back. / I should've called her back.
Past simple statt past participle. Nach have stehen unregelmäßige Verben in der dritten Form, dem Partizip.
✓I should have gone. · She must have taken the earlier train.
Must have für eine Verpflichtung in der Vergangenheit. Must have ist eine Vermutung. Für etwas, das du tun musstest, nimmst du had to.
✓I had to work late yesterday because of the deadline.
„Mustn't have“ für eine negative Vermutung. Der negative Schluss lautet can't have / couldn't have.
✓He can't have seen the email. / He couldn't have seen it.
Mustn't have wird in manchen Varietäten und Kontexten anders verstanden. Für einen klaren negativen Schluss sind can't have oder couldn't have die sicherste Standardwahl.
Kurze Übung
Ergänze jeden Satz mit should have, must have, can't have, might have oder had to und dem Verb in Klammern.
- The office is dark and her coat is gone — she ___ (leave) already.
- I ___ (book) earlier; there are no seats left now.
- He ___ (read) my message — his phone was off all day.
- I don't know why she's late. She ___ (miss) the bus, I suppose.
- Sorry I missed dinner — I ___ (stay) at work until nine.
- You ___ (tell) me it was her birthday! I'd have brought something.
Lösungen
- must have left (sichere Vermutung aufgrund der Hinweise)
- should have booked (Reue — ich habe es nicht getan)
- can't have read (sichere negative Vermutung; „couldn't have read“ geht genauso)
- might have missed (unsichere Vermutung; „may/could have missed“ passt auch)
- had to stay (echte Verpflichtung in der Vergangenheit — keine Vermutung, also nicht „must have“)
- should have told (Kritik; „could have told“ geht auch, etwas milder)
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